Literaturtempel von Hanoi: Alles, was Sie wissen müssen
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Der Literaturtempel zählt zu den schönsten historischen Stätten Hanois. Als ehemalige Universität, die 1070 zu Ehren von Konfuzius gegründet wurde, ist er heute ein bedeutendes Symbol der vietnamesischen Kultur. Beim Besuch dieses friedlichen Ortes entdecken Sie gepflegte Gärten, alte Gebäude, steinerne Doktorsteelen und eine ruhige Atmosphäre mitten in der Stadt. Ein idealer Ort, um mehr über die Geschichte Vietnams zu erfahren und einen Moment der Stille zu genießen. In diesem Guide finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihren Besuch: Sehenswürdigkeiten, beste Besuchszeiten, Eintrittspreise und praktische Tipps.
Wichtige Informationen zum Literaturtempel
Adresse: 58 Quoc Tu Giam Straße, Dong Da Distrikt, Hanoi
Öffnungszeiten: täglich von 8:00 bis 17:00
Eintritt: Erwachsene 70 000 VND (≈ 2,47 €); Kinder unter 16 Jahren: kostenlos
Im zentralen Dong-Da-Distrikt gelegen, befindet sich der Literaturtempel – Quoc Tu Giam – an der Kreuzung vier großer Verkehrsachsen: Nguyen Thai Hoc, Van Mieu, Quoc Tu Giam und Ton Duc Thang. Aufgrund des dichten Verkehrs und einiger Einbahnstraßen empfiehlt sich die Anfahrt zu Fuß oder per Taxi.
Der 1070 gegründete Tempel ist weit mehr als ein religiöser Ort: Er war die erste Universität Vietnams, gewidmet den literarischen Studien, den konfuzianischen Werten und der Ausbildung der Elite. Drei weitsichtige Herrscher werden hier verehrt: Ly Thanh Tong, Ly Nhan Tong und Le Thanh Tong – Symbole für Weisheit und Respekt gegenüber dem Wissen.
Der Literaturtempel ist heute ein bedeutender Erinnerungs- und Kulturort, an dem die Tradition des Gelehrtenkults weiterlebt. Seine harmonische Architektur, ruhigen Gärten, alten Pavillons und Wasserbecken spiegeln die elegante Ästhetik des Ostens wider.
Besucher können eine wertvolle Sammlung von Manuskripten, historischen Objekten und die 82 Doktorsteelen bewundern – eingetragen im UNESCO-Register „Memory of the World“. Diese einzigartigen Steine dokumentieren das kaiserliche Bildungssystem Vietnams.
Seit 1962 als nationales Kulturdenkmal eingestuft, gehört der Literaturtempel heute zu den wichtigsten Etappen für jeden, der den geistigen und spirituellen Kern Vietnams verstehen möchte.
Geschichte des Literaturtempels

Der Literaturtempel – Quoc Tu Giam – wurde 1070 unter König Ly Thanh Tong gegründet, zunächst um Konfuzius, seine Schüler und die Gelehrten zu ehren. Bereits wenige Jahre später wurde er zum bedeutendsten Bildungszentrum des Landes.
1076 errichtete König Ly Nhan Tong dort Quoc Tu Giam, die erste nationale Universität Vietnams, die Söhne von Mandarinen und Adelsfamilien ausbildete. Über mehr als 700 Jahre hinweg blieb sie das wichtigste intellektuelle Zentrum des Landes.
Unter den Dynastien der Tran, Le und Nguyen wurde der Tempel mehrfach restauriert und erweitert. Als Universität blieb er bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Betrieb, bevor er zum Gedenkort wurde.

Zu den herausragendsten Elementen gehören die 82 Doktorsteelen, die zwischen 1442 und 1779 errichtet wurden, um die erfolgreichen Kandidaten der kaiserlichen Prüfungen zu ehren. Jede Stele ruht auf dem Rücken einer steinernen Schildkröte – ein Symbol für Weisheit und Langlebigkeit.
Heute steht der Literaturtempel für Respekt vor Bildung, Kultur und konfuzianischen Werten. Seit 1962 als nationales historisches Denkmal geschützt, ist er einer der symbolträchtigsten Orte Hanois.
Einzigartige Architektur des Literaturtempels
Der Literaturtempel ist nicht nur ein historisches Monument, sondern ein Symbolort der vietnamesischen Gelehrsamkeit und ästhetischen Kultur. Über 54 000 m² erstreckt sich die Anlage, gegliedert in fünf Innenhöfe – jeder ein Schritt im geistigen und moralischen Weg des konfuzianischen Gelehrten.
Erster Hof: Eingang in die Welt des Wissens

Der Haupteingang Van Mieu Mon ist ein großes Tor mit drei Bögen und verzierten Ziegeldächern. Dahinter betreten Besucher einen friedlichen Garten, der zur Besinnung einlädt.
Am Ende dieses Hofes stehen drei symbolische Tore:
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Dai Trung Mon – Tor der Mitte
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Thanh Duc Mon – Tor der vollendeten Tugend
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Dat Tai Mon – Tor des erreichten Talents
Sie verkörpern die konfuzianischen Grundsätze: innere Ausgeglichenheit, moralische Integrität und intellektuelles Streben.
Zweiter Hof: Das Strahlen des Wissens – Khue Van Cac

Hier befindet sich der berühmte Pavillon Khue Van Cac, auch „Pavillon der Konstellation der Literatur“ genannt, erbaut 1805.

Vier Backsteinsäulen tragen eine elegante Holzstruktur mit zwei Dächerreihen und runden Fenstern, die den Stern Khue symbolisieren – ein Zeichen der Aufklärung und des literarischen Glanzes. Heute ist dieser Pavillon eines der offiziellen Wahrzeichen Hanois und auf der vietnamesischen 100 000-Dong-Banknote abgebildet.
Dritter Hof: Himmelsspiegel und Doktorsteelen

Im Zentrum liegt der rechteckige Teich Gieng Thien Quang – „Brunnen des himmlischen Lichts“. Er stellt die Erde dar und harmoniert mit den kreisförmigen Fenstern des Pavillons, die den Himmel symbolisieren.
Beidseits des Teichs stehen die 82 Doktorsteelen auf Schildkrötenpodesten. Sie wurden 2010 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen.
Vierter Hof: Das Heiligtum der Weisen

Hinter dem Tor Dai Thanh Mon beginnt der heiligste Bereich des Tempels. Zwei Gebäude dominieren:
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Die Dai Bai Halle, Ort der Zeremonien und Ehrung der Meister
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Der Dien Dai Thanh Schrein, mit Statuen von Konfuzius, seinen vier prominentesten Schülern sowie zehn weiteren Gelehrten

Die Seitenpavillons Ta Vu und Huu Vu ehren den vietnamesischen Gelehrten Chu Van An, Symbol für Bescheidenheit, Tugend und pädagogisches Ideal.
Fünfter Hof: Thai Hoc Haus – lebendiges pädagogisches Erbe
Dieser Teil wurde auf den Fundamenten der ehemaligen Akademie Quoc Tu Giam rekonstruiert. Hier finden Ausstellungen, Anerkennungszeremonien und Bildungsaktivitäten statt – ein lebendiger Ort, an dem Tradition und Moderne einander begegnen.

Der Literaturtempel ist eines der schönsten Beispiele traditioneller vietnamesischer Architektur. Jede Säule, jeder Stein, jede geschwungene Dachlinie spiegelt eine Weltanschauung wider, die Harmonie zwischen Mensch, Natur und Wissen betont. Ein majestätischer und dennoch intimer Ort, der jährlich tausende Besucher anzieht – Vietnamesen wie ausländische Gäste.
Sehenswürdigkeiten rund um den Literaturtempel
Ein-Säulen-Pagode (Chua Mot Cot) – 0,6 km

Ein ikonisches buddhistisches Bauwerk aus dem 11. Jahrhundert, das einer Lotusblüte entspringt.
Ho-Chi-Minh-Mausoleum – 0,8 km

Ein monumentaler Ort der Erinnerung, der die einbalsamierte Ruhestätte des Präsidenten beherbergt.
Tran-Quoc-Pagode – 2,5 km

Die älteste Pagode Hanois, gelegen am Westsee, mit ruhiger Umgebung und eleganter Architektur.
Praktische Tipps für Ihren Besuch
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Kleidung: Schultern und Knie bedecken – Ausdruck von Respekt.
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Beste Zeiten: Früh morgens oder spätnachmittags für weniger Besucher und schönes Licht.
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Bequeme Schuhe: Das Gelände ist weitläufig und gepflastert.
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Respekt: Leise sprechen, nichts berühren, Rücksicht auf Gebetsbereiche.
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Fotos: Erlaubt, aber ohne Blitz; Hinweise beachten.
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Hitze: Hut, Sonnencreme, Wasser mitnehmen.
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Offizielle Website: vanmieu.gov.vn für aktuelle Informationen.
Fazit
Der Literaturtempel ist ein kostbares Symbol des vietnamesischen Respekts für Wissen, Kultur und Gelehrsamkeit. Hinter seiner ruhigen Atmosphäre verbirgt sich ein lebendiger Ort voller Geschichte, Spiritualität und Ästhetik. Wer seine fünf Höfe durchschreitet, die jahrhundertealten Steelen betrachtet und seine symbolträchtige Architektur bewundert, taucht in das geistige Herz Vietnams ein. Und rundherum wartet Hanoi mit weiteren kulturellen Schätzen, die man zu Fuß erreichen kann. Ob geschichtsinteressiert, kulturbegeistert oder einfach neugierig – ein Besuch des Literaturtempels ist ein inspirierendes und bereicherndes Erlebnis.
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