Die Pagode von But Thap: Ein buddhistisches Juwel Vietnams

In der Provinz Bac Ninh im Norden Vietnams gelegen, gilt die Pagode von But Thap als einer der schönsten buddhistischen Tempel des Landes. Bac Ninh ist nicht nur für den Volksgesang Quan Ho (immaterielles Kulturerbe der Menschheit) bekannt, sondern auch für seine traditionellen Feste, seine alten Tempel und seine bedeutende Rolle in der Entwicklung des vietnamesischen Buddhismus.

Tempel But Thap

Ein wenig Geschichte

Nach alten Chroniken der Provinz Ha Bac soll die Pagode von But Thap im 13. Jahrhundert unter König Tran Thanh Tong vom Mönch Huyen Quang gegründet worden sein. Er soll einen neunstöckigen Steinturm mit einer Lotusblüte errichtet haben – dieser ist leider nicht mehr erhalten.

Andere Quellen gehen jedoch davon aus, dass der heutige Komplex aus dem 17. Jahrhundert stammt, am Ende der Le-Dynastie, unter der Leitung eines chinesischen Mönchs namens Zhui Zhui (vietn. Chuyết Chuyết). 1646 bat die Königinmutter Trinh Thi Ngoc Truc den Fürsten Trinh Trang, die Pagode auszubauen und zu restaurieren. In dieser Zeit erhielt But Thap seine heutige architektonische Form und wurde in ganz Vietnam berühmt.

Harmonische und symbolträchtige Architektur

Die Pagode von But Thap wurde im traditionellen vietnamesischen Stil „Nội Công Ngoại Quốc“ erbaut – einem Grundriss in Form eines chinesischen Schriftzeichens, der die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos symbolisiert. Die Anlage umfasst zehn Hauptgebäude, vom dreitorigen Eingangstor über die Schreine bis hin zum Glockenturm.

  • Die gesamte Anlage ist nach Süden ausgerichtet, entsprechend der vietnamesischen Geomantie.

  • Die beiden Haupttürme, Ton Duc und Bao Nghiem, aus weißem Stein, sind bis heute erhalten.

  • Zahlreiche wertvolle Relikte aus dem 17. Jahrhundert sind hier zu sehen: Stelen, lackierte Holzskulpturen, alte Altäre und historische Spenden.

Die fein gearbeiteten Motive – Bäume, Blumen, Vögel und Tiere – vereinen Realismus und Poesie, typisch für die buddhistische Kunst dieser Epoche.

Meisterwerke der Skulptur

Die Pagode beherbergt über 50 Statuen verschiedener Größe, darunter die Buddha-Triade, Manjushri (Van Thu) auf einem blauen Löwen und Samantabhadra (Pho Hien) auf einem weißen Elefanten.

Die berühmteste Statue ist jedoch die Guanyin mit tausend Augen und tausend Armen (Quan Âm Thiên Thủ Thiên Nhãn), über drei Meter hoch – ein Meisterwerk des 17. Jahrhunderts und heute ein als nationales Kulturerbe anerkanntes Kunstwerk. Sie zeigt eindrucksvoll die außergewöhnliche Kunstfertigkeit vietnamesischer Holzbildhauer.


Der Bao-Nghiem-Turm und die steinerne Brücke

Der hohe, elegante Bao-Nghiem-Turm erinnert in seiner Form an einen riesigen Stift, der in den Himmel ragt – daher der Name But Thap, wörtlich „Stiftturm“.
Der Turm besitzt fünf Etagen, gekrönt von einer Kuppel aus blauem Marmor. Kleine Glocken hängen an den Dachecken, und mythische Tierfiguren zieren den Stein. Der Turm ist dem Mönch Zhui Zhui gewidmet.

Zwischen dem Oberen Palast und dem Tich-Thien-Pavillon befindet sich eine steinerne Brücke, die einen Lotus-Teich überquert. Von hier aus hat der Besucher einen friedlichen Blick auf die gesamte Anlage – ein Ort, an dem Architektur, Natur und Spiritualität harmonisch miteinander verschmelzen.

Ein spirituelles Frühlingsfest

Jeden Frühling zieht das Fest der Pagode von But Thap zahlreiche Gläubige und Besucher an, die Buddha und den Gründermönchen huldigen.
Auf dem Programm stehen Prozessionen, Gebete, Volksaufführungen und Quan-Ho-Gesänge – ein lebendiger Ausdruck der religiösen Hingabe und kulturellen Vielfalt der Bevölkerung von Bac Ninh.

Ein unverzichtbares Ziel des vietnamesischen Buddhismus

Die Pagode von But Thap ist weit mehr als ein historisches Monument: Sie ist ein lebendiges Symbol vietnamesischer Kunst, Spiritualität und Identität.
Bei einem Besuch in Bac Ninh werden Sie nicht nur von den Handwerksdörfern und der friedlichen Landschaft begeistert sein, sondern vor allem von der zeitlosen Schönheit der Pagode von But Thap – einem wahren Schatz des buddhistischen Erbes Vietnams.

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