Küche von Ha Giang: Regionale Spezialitäten, die Sie nicht verpassen sollten

Eingebettet in die Berglandschaften des hohen Nordens Vietnams begeistert die Provinz Ha Giang Reisende nicht nur mit spektakulären Panoramen und authentischen ethnischen Dörfern, sondern auch mit einer wenig bekannten, doch äußerst schmackhaften Küche.
Hier erzählt jedes Gericht eine Geschichte – die der Völker Hmong, Dao, Tay oder Lo Lo, die seit Generationen einfache, nahrhafte und charaktervolle Rezepte bewahren.

Weit entfernt von touristischen Restaurants entdeckt man die Küche von Ha Giang auf dem Markt, in einem traditionellen Stelzenhaus oder am Feuer bei einem gemeinsamen Essen. Duftende Brühen, getrocknetes Fleisch, Maisfladen und hausgemachte Spirituosen – die Aromen sind unverfälscht, lokal und eng mit Natur und Jahreszeiten verbunden.

Ob Feinschmecker oder neugierig: begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise durch ein noch ursprüngliches gastronomisches Erbe.

Âu-Tâu-Suppe

Die Âu-Tâu-Suppe (chao âu tẩu) ist eines der bekanntesten Gerichte Ha Giangs. Sie wird aus Reis, lange gekochten Schweineknochen und der Wurzel des lokalen Ấu-Tẩu-Baumes zubereitet – einer Pflanze mit tonisierenden Eigenschaften. Die Suppe vereint eine milde, zugleich leicht bittere Note und wird besonders in kalten Winternächten geschätzt.

Die herbe Wurzel harmoniert perfekt mit zartem Schweinefleisch und frischen Kräutern. Heiß serviert gilt die Âu-Tâu-Suppe nicht nur als stärkendes Gericht, sondern auch als traditionelles Heilmittel – ein bis heute lebendiger Bestandteil der Bergkultur.

Thắng Dền (Klebreisbällchen in Ingwersirup)

Thắng Dền ist eine beliebte Süßspeise, die häufig auf Wintermärkten oder zu traditionellen Festen serviert wird.
Kleine Klebreisbällchen, manchmal mit Sesam oder Erdnüssen gefüllt, werden gekocht und anschließend in warmem, leicht süßem Ingwersirup gereicht.

Weich, warm und aromatisch – ein Dessert, das Körper und Seele wärmt und als typischer Genuss der Küche Ha Giangs gilt.

Bánh Tam Giác Mạch (Buchweizenkuchen)

Dieser Kuchen wird aus Buchweizenmehl hergestellt – einer charakteristischen Getreideart der Bergregion.
Seine weiche Textur, die leichte Süße und die zarte Nussnote spiegeln die Schlichtheit und Authentizität Ha Giangs wider.

Auf Märkten oder bei den berühmten Buchweizenblüten-Festivals wird er frisch und warm serviert – ein bescheidenes, doch symbolträchtiges Gebäck, das heute als kulinarisches Wahrzeichen von Ha Giang gilt.

Lẩu Gà Đen (Fondue mit Schwarzhuhn)

In den Bergdörfern ist das Schwarzhuhn-Fondue ein typisches Gericht für gemeinsame Abende.
Das lokale Schwarzhuhn – freilaufend und kräftig im Geschmack – gart in einem aromatischen Sud aus Bergkräutern und Gewürzen.

Gemüse, Tofu oder Nudeln werden nach Belieben hinzugefügt. Dieses Gericht ist weit mehr als eine Mahlzeit – es ist ein geselliges Ritual, das perfekt zu den frischen Nächten Ha Giangs passt.

Bánh Cuốn Ha Giang (Gedämpfte Reispfannkuchen)

Bánh Cuốn ist im ganzen Land verbreitet, doch die Version aus Ha Giang ist einzigartig.
Statt der üblichen Fischsauce wird es hier mit einer heißen Brühe aus Schweineknochen serviert – ideal für das kühle Bergklima.

Eine beliebte Variante ist bánh cuốn trứng, bei dem ein Ei direkt während des Dämpfens hinzugefügt wird.
Diese Spezialität ist reichhaltig, duftend und besonders geschätzt bei den Bewohnern der Region.

Phở Chua (Säuerliche Phở-Nudeln)

Phở Chua ist eine überraschende Variante der traditionellen Phở.
Anstelle einer heißen Suppe erhält man kalte oder lauwarme Reisnudeln mit einer leicht säuerlichen, süß-herben Sauce.

Das Gericht enthält:

  • gezupftes Schweinefleisch

  • knusprig gebratene Fleischscheiben

  • geröstete Erdnüsse

  • eingelegte Papaya oder Karotte

  • frische Kräuter

Leicht, frisch und farbenfroh – ideal für warme Tage oder als snack zwischendurch.

Thắng Cố (Eintopf aus Pferdefleisch und Innereien)

Thắng Cố ist eines der ältesten und traditionellsten Gerichte Ha Giangs.
Ursprünglich ausschließlich aus Pferdeinnereien zubereitet, findet man heute Varianten mit Rind, Schwein oder Büffel.

Typisch bleibt jedoch der kräftige Sud, der mit zwölf lokalen Berggewürzen gekocht wird – darunter Zitronenblatt, Sternanis, schwarze Kardamom und der charakteristische Mac Khén-Pfeffer.

Sein intensiver, rustikaler Geschmack mag zunächst überraschen, doch viele verlieben sich schnell in diese kraftvolle Spezialität, die meist auf Volksfesten und Märkten serviert wird.

Lạp Xưởng Gác Bếp (Geräucherte Bergsalamis)

Diese Bergsalamis werden traditionell über dem Holzfeuer im Inneren der Küche aufgehängt und langsam geräuchert.
Sie bestehen aus ausgewähltem Schweinefleisch und Gewürzen wie Mac Khén und leicht gebratenem Knoblauch.

12 bis 14 Stunden Räucherzeit verleihen ihnen ein unvergleichlich aromatisches, leicht trockenes Fleisch mit rauchigen Noten – ein typisches Festtagsgericht der Bergbewohner.

Phở mit Bergland-Hühnchen aus Tráng Kim

Dieses beliebte Frühstück ist eine besondere Form der Phở Gà.
Der Unterschied liegt im hochwertigen Bergland-Hühnchen der H’Mông – festes, aromatisches Fleisch mit natürlicher Süße.

Der Sud wird aus Hühnerknochen gekocht und mit Ingwer, Sternanis, Zimt und schwarzer Kardamom verfeinert.
Handgemachte Reisnudeln aus Tráng Kim runden dieses duftende, leichte und dennoch charaktervolle Gericht ab.

Shan-Tuyết-Tee

Kein kulinarischer Streifzug durch Ha Giang ist vollständig ohne den berühmten Shan-Tuyết-Tee.
Dieser Tee stammt von jahrhundertealten Teebäumen in hohen, nebelverhangenen Bergen.

Die Blätter – dick und mit einem weißen Flaum bedeckt – ergeben:

  • grünen Tee: herb, pflanzlich

  • weißen Tee: blumig, mild, mit Honignoten

  • schwarzen Tee: kräftig, mit Noten von Kakao und Wildblüten

Bei Horizon Vietnam Travel teilen wir diese Tradition mit Gästen in einer exklusiven Teezeremonie – einem Moment der Ruhe und Authentizität.

Ein Fazit voller Menschlichkeit

Die Küche Ha Giangs will nicht beeindrucken – sie berührt.
Hier spiegeln sich Natur, Tradition und Lebensweise eines Volkes, das seit Jahrhunderten im Einklang mit seinen Bergen lebt.

In einer dampfenden Schale Suppe, in einer Tasse Tee, in einem einfachen Gericht, das gemeinsam geteilt wird, findet man nicht nur Nahrung, sondern ein Stück Seele – schlicht, warm und zutiefst menschlich.

Und gerade diese Augenblicke bleiben oft die schönsten Erinnerungen einer Reise.

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