Vietnamesischer Kaffee – Der authentische Geschmack des Lebens

In Vietnam ist Kaffee nicht nur ein Getränk – er ist eine echte soziale und kulturelle Institution. Ob in einem belebten Straßencafé in Hanoi, auf einer sonnigen Terrasse in Saigon oder mitten in den üppigen Plantagen des zentralen Hochlands: Kaffee verkörpert den Geist des Landes – schlicht, authentisch und voller Charakter. Als zweitgrößter Kaffeeexporteur der Welt hat Vietnam dank seiner fruchtbaren vulkanischen Böden und eines über Generationen weitergegebenen Know-hows eine einzigartige Identität in der globalen Kaffeekultur geschaffen.

Berühmte Rezepte wie Ca Phe Sua Da (Eiskaffee mit gesüßter Kondensmilch) oder der berühmte Eierkaffee überraschen, begeistern und zeigen eine typisch vietnamesische Kreativität. In diesem Artikel lädt Sie Horizon Vietnam Travel ein, in die faszinierende Welt des vietnamesischen Kaffees einzutauchen – durch seine Geschichte, seine Aromen und seine zentrale Rolle im Alltag.

Der Vietnam – zweitgrößter Kaffeeexporteur der Welt und wahrhaft nationales Symbol

Geschichte und Ursprung des Kaffees in Vietnam

Die Geschichte des Kaffees in Vietnam beginnt 1857, als französische Missionare die ersten Arabica-Pflanzen (Coffea arabica) in den Norden brachten. Erste Anbauversuche fanden in Kirchengärten der Provinzen Ninh Binh, Thanh Hoa, Nghe An und Ha Tinh statt, bevor sich der Kaffeeanbau allmählich in den Zentralregionen (Quang Tri, Quang Binh) ausbreitete. Diese frühen Kulturen blieben begrenzt und dienten vor allem der lokalen Nutzung.

Ab 1908 führten die französischen Kolonialherren zwei neue Sorten ein: Robusta und Excelsa (Liberica). Diese widerstandsfähigeren Sorten, ideal für das tropische Klima, fanden ihr perfektes Anbaugebiet im zentralen Hochland Tay Nguyen, insbesondere in Buon Me Thuot, das heute als Hauptstadt des vietnamesischen Kaffees gilt.

Während der Kolonialzeit wurde Kaffee zu einem wichtigen Exportgut, auch wenn die Produktion bis in die 1950er Jahre relativ gering blieb. Nach der Unabhängigkeit kam es zu einem Einbruch, bevor ab der Wirtschaftsreform Đổi Mới (1986) ein enormer Aufschwung folgte. Mit staatlicher Förderung und privatem Familienanbau entwickelte sich Kaffee zu einer tragenden Säule der Landwirtschaft.

Heute exportiert Vietnam über 30 Millionen Kaffeesäcke pro Jahr und ist weltweit führender Produzent von Robusta – Stolz, Kultur und Identität zugleich.

Der Herstellungsprozess des vietnamesischen Kaffees

Hinter jeder Tasse vietnamesischen Kaffees verbirgt sich ein langer Weg – von der roten Kaffeekirsche bis zum aromatischen Getränk. Drei Hauptverarbeitungsmethoden bestimmen das Profil des Kaffees:

Trockenaufbereitung (Natural / Unwashed)

Die älteste Methode: ganze Kaffeekirschen werden 25–30 Tage in der Sonne getrocknet. Sie verleiht dem Kaffee:

  • dichten Körper

  • geringe Säure

  • süße, fruchtige Noten (Schokolade, Honig, reife Früchte)

Umweltfreundlich, aber sehr wetterabhängig.

Halbtrockene Aufbereitung (Honey Process)

Ein Teil des süßen Fruchtfleisches verbleibt am Kern → ergibt:

  • ausgewogene Süße

  • mittlere Säure

  • Aromen von Honig und Blüten

Besonders beliebt in den Arabica-Regionen von Lam Dong.

Nassaufbereitung (Washed / Fully Washed)

Die technisch anspruchsvollste Methode:

  • perfekte Reinigung

  • Fermentation zur Entfernung des Schleims

  • hochwertiges Aromaprofil

Ergebnis: ein feiner, klarer, hochwertiger Kaffee – oft für Premium-Arabicas.

Der Produktionsprozess: Von der Ernte bis zur Verpackung

Ernte

Die meisten vietnamesischen Bauern pflücken von Hand, um nur perfekt reife Kirschen zu ernten.

Reinigung & Sortierung

Wäsche, Dichtetrennung, erstes Trocknen – entscheidend für die Qualität.

Mischungen (Blends)

Arabica & Robusta werden kombiniert, um ausgewogene Aromen zu schaffen (z. B. 50/50 oder 30/70).

Röstung

Bei 100–225 °C entwickeln sich:

  • Röstaromen

  • Karamell- und Malznoten

  • der berühmte „Crack“ des Kaffees

Kurze Röstung = säurebetont
Lange Röstung = kräftig, schokoladig

Mahlung

Je nach Methode:

  • fein → Espresso

  • mittel → vietnamesischer phin

  • grob → French Press

Verpackung

Vakuum oder Aromaschutzbeutel zur Wahrung der Frische.

Die wichtigsten Kaffeesorten Vietnams

Arabica – Ca Phe Che

  • zarter, duftend, leicht säuerlich

  • angebaut in Dalat, Son La, Dien Bien

  • beliebt für Spezialitätenkaffee

Robusta – Ca Phe Voi

  • kräftig, bitter, sehr koffeinreich

  • typisch für Ca Phe Sua Da

  • 95 % der nationalen Produktion

Liberica / Excelsa – Ca Phe Mit

  • fruchtig, holzig, komplex

  • selten, exotisch, sehr aromatisch

Zibetkaffee (Kopi Luwak)

Selten, luxuriös, sanft karamellisiert – ein Prestigeprodukt.

Moka (Arabica-Spezialität)

  • tiefes Aroma

  • harmonischer Körper

  • sehr geschätzt von Kennern

Die beliebtesten vietnamesischen Kaffees

Ca Phe Den – Vietnamesischer schwarzer Kaffee

Kräftig, sirupartig, puristisch – der Klassiker.

Ca Phe Sua Da – Vietnamesischer Eiskaffee

Die berühmteste Kreation Vietnams: stark, süß, eiskalt, unverwechselbar.

Ca Phe Trung – Eierkaffee

Eine ikonische Spezialität aus Hanoi: cremig wie Tiramisu.

Bac Xiu – Weißer Eiskaffee

Sanft, milchig, nostalgisch – Saigons Lieblingskaffee.

Ca Phe Dua – Kaffee mit Kokosmilch

Tropisch, weich, verführerisch – eine moderne Innovation.

Ca Phe Sua Chua – Kaffee mit Joghurt

Erfrischend, cremig, überraschend – halb Dessert, halb Getränk.

Kaffee als Lebensstil in Vietnam

In Vietnam ist Kaffee ein Moment des Lebens, ein Ritual:

  • früh morgens auf kleinen Plastikstühlen,

  • im Gespräch mit Freunden und Kollegen,

  • mit tiefem, intensiven Aroma – mal süß, mal kräftig.

Vietnamesischer Kaffee ist ehrlich, großzügig, authentisch.
Wer sich fragt, was man aus Vietnam mitbringen kann, findet in lokalem Kaffee ein ideales Souvenir – duftend, leicht zu transportieren und voller Erinnerungen.

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