Alte vietnamesische Währung: Erbe einer reichen Vergangenheit
Résumé du contenu
Die alte vietnamesische Währung stellt ein außergewöhnliches Kulturerbe dar – ein Zeugnis der kaiserlichen Dynastien, des Handels und der kulturellen Einflüsse, die Vietnam über die Jahrhunderte geprägt haben. Weit mehr als einfache Tauschmittel erzählen diese Münzen und Scheine eine Geschichte, in der sich Kunst, Macht und Traditionen miteinander verbinden. Wer diese faszinierende Welt entdeckt, erkennt die Spuren der Zeit und die Genialität eines Volkes, das seine Identität über Generationen hinweg bewahrt hat. Tauchen wir ein in diesen historischen Schatz, eine wahre Brücke zwischen der Vergangenheit und der lebendigen Kultur des heutigen Vietnam.
Zur Zeit von König Dinh Bo Linh (968)
Die alte vietnamesische Währung hat ihren Ursprung unter der Herrschaft von König Dinh Bo Linh im Jahr 968, dem Gründer des ersten zentralisierten Staates Đại Việt. Dieser visionäre Herrscher legte – nach über tausend Jahren chinesischer Vorherrschaft – die Grundlagen einer unabhängigen Monarchie und festigte die Souveränität des jungen vietnamesischen Reiches. Zu seinen bedeutendsten Reformen gehörte die Einführung einer nationalen vietnamesischen Währung – ein symbolischer Meilenstein der Landesgeschichte.
Diese erste offizielle Münze, „Thai Binh Hung Bao“ (Wiederhergestellter Frieden), trug chinesische Schriftzeichen, die sich auf den Regierungsnamen der Dinh-Dynastie beziehen. Die aus Bronze gegossene Münze war rund mit einem quadratischen Loch in der Mitte – ein in der ostasiatischen Kosmologie verbreitetes Symbol für Himmel (kreisförmig) und Erde (quadratisch). Dieses Design spiegelte sowohl den spirituellen Hintergrund als auch die Harmonie zwischen kaiserlicher Macht und der universellen Ordnung wider.
Es gab drei Varianten dieser ersten vietnamesischen Münze:
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ohne das Zeichen „Dinh“
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mit dem Zeichen „Dinh“ auf dem Innenquadrat
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mit dem Zeichen „Dinh“ unter dem Innenquadrat
Diese Unterschiede zeugen von der künstlerischen Vielfalt und vom politischen Willen König Dinh Bo Linhs, ein starkes Symbol der vietnamesischen Identität zu schaffen — der Beginn einer nationalen Münztradition, die Jahrhunderte überdauern sollte.
Unter der früheren Lê-Dynastie (10. Jahrhundert)
Unter der früheren Lê-Dynastie setzte Vietnam im 10. Jahrhundert die Entwicklung seiner eigenen Währung fort und festigte seine Unabhängigkeit. Der kaiserliche Hof in Hoa Lu (der heutigen Provinz Ninh Binh) ließ eine neue Münze prägen: „Thien Phuc“ – „Himmlische Gnade“.
Auch diese alte vietnamesische Münze war rund mit einem quadratischen Loch und damit Sinnbild für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Eine Neuerung war jedoch bemerkenswert: Erstmals wurden die Schriftzeichen auf beiden Seiten der Münze eingraviert – ein wichtiger Schritt in der vietnamesischen Münzgeschichte. Diese Entwicklung zeigt den Wunsch der Lê-Herrscher, die Tradition der Dinh fortzuführen und gleichzeitig ein ästhetisches, originelles Element einzubringen.
Unter der Hồ-Dynastie (14. Jahrhundert)
Im Jahr 1396 übernahm die Hồ-Dynastie die Macht und leitete bedeutende wirtschaftliche Veränderungen ein. Unter König Hồ Quý Ly erlebte Vietnam eine wahre Revolution: Erstmals wurde Papiergeld eingeführt.
Diese erste Papierwährung, „Thong Bao Hoi Sao“, war eine mutige Reform. Hồ Quý Ly verbot die Nutzung von Metallgeld, um die neue Papierwährung durchzusetzen und die staatliche Kontrolle über den Geldumlauf zu stärken. Doch die Reform wurde zu schnell umgesetzt, stieß auf Widerstand und führte zu wirtschaftlichen Störungen. Nach dem Sturz der Hồ wurde unter den Lê die Metallwährung wieder eingeführt.
Unter der Nguyễn-Dynastie (1802–1945)
Mit der Nguyễn-Dynastie begann eine neue Ära. Der Kaiserhof in Huế entwickelte ein vielfältiges Währungssystem, in dem Bronze und Zink die Hauptmetalle waren. Unter Kaiser Gia Long und später unter Thieu Tri hatte eine Bronzemünze etwa den Wert von 1,3 Zinkmünzen.
Die Nguyễn-Kaiser nutzten zudem Silber- und Goldbarren für größere Transaktionen oder als repräsentative Geschenke. Besondere Münzen aus Edelmetallen wurden zu Ehren von Würdenträgern geprägt und sind heute begehrte Sammlerstücke.
Nach der Augustrevolution 1945
Mit der Ausrufung der Demokratischen Republik Vietnam wurde 1946 erstmals der „đồng“ als nationale Währung eingeführt – ein starkes Symbol der wiedergewonnenen Unabhängigkeit.
Die ersten Banknoten trugen vietnamesische (quốc ngữ), chinesische, arabische, kambodschanische und laotische Schriftzeichen – ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt Indochinas.
Zwischen 1954 und 1975: Zwei Währungen für ein geteiltes Land
Nach den Genfer Abkommen war Vietnam politisch geteilt:
Im Norden: der nordvietnamesische đồng
Er diente der sozialistischen Planwirtschaft und symbolisierte Stabilität und Widerstand.
Im Süden: der südvietnamesische đồng
Er entsprach einem marktwirtschaftlichen System, unterstützt durch westliche Staaten. Zahlreiche Münzen und Banknoten wurden ausgegeben, bis der Süden 1975 zusammenbrach.
Trotz der Unterschiede blieb der Name „đồng“ bestehen – ein Zeichen der gemeinsamen kulturellen Wurzeln.
Seit der Wiedervereinigung (ab 1975)
Nach 1975 wurde die Währung vereinheitlicht. Wichtige Reformen 1978 und 1986 modernisierten das Finanzsystem, begleitet vom wirtschaftlichen Wandel des Đổi Mới.
Ab den 1990er Jahren erschienen modernere Banknoten aus Baumwolle, später aus Polymer – ideal für das feuchte Klima Vietnams. Heute umfasst das vietnamesische Polymergeld Stückelungen bis zu 500.000 đồng.
Diese moderne Währung vereint technologische Innovation mit kultureller Tradition und steht für einen dynamischen, selbstbewussten Staat.
Schluss
Die alte vietnamesische Währung ist ein wertvolles Erbe, das die Geschichte der Dynastien, des Handels und der kulturellen Einflüsse widerspiegelt. Münzen und Banknoten erzählen von einem Volk, das seine Identität über Jahrhunderte bewahrt hat. Sie sind ein historischer Schatz, der das Vietnam von gestern mit der lebendigen Kultur von heute verbindet.
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