Bac Ha – Begegnung mit den ethnischen Minderheiten Vietnams

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Eingebettet auf 700 Metern Höhe in der Region des Hohen Tonkin ist Bac Ha – oft das „kleine Sapa“ genannt – ein wahrer Schatz für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Weniger touristisch entwickelt als Sapa, bietet die Region eine authentische Erfahrung fernab der ausgetretenen Pfade. Bac Ha begeistert mit seinem lebhaften Sonntagsmarkt, auf dem sich die lokalen ethnischen Gruppen treffen und Besuchern einen einzigartigen Einblick in die Kultur der Bergvölker Nordvietnams ermöglichen. Es ist eine ideale Gelegenheit, das Leben der Einheimischen kennenzulernen und die herrlichen Landschaften aus Reisterrassen und majestätischen Bergen zu bewundern.

Darüber hinaus bietet die Region Bac Ha beeindruckende Ausblicke auf die Reisfelder Vietnams im Herzen der Berge. Welch ein Vergnügen, einige Wanderungen zu unternehmen, von Weiler zu Weiler zu gehen und Menschen und ihr Lächeln zu entdecken!

Wie es in dieser Region üblich ist, bereichert eine Übernachtung bei einer einheimischen Familie das Erlebnis zusätzlich. Horizon Vietnam Travel präsentiert Ihnen hier den vollständigen Reiseführer über Bac Ha – Wetter, Unterkünfte, Gastronomie und Sehenswürdigkeiten, mit allen wichtigen Tipps und nützlichen Informationen.

Ethnien von Bac Ha

Bac Ha ist nicht nur ein Paradies für Wanderer, sondern auch ein großartiger Ort, um Menschen aus verschiedenen ethnischen Minderheiten kennenzulernen. Die Hmong beispielsweise leben in hoch gelegenen Dörfern zwischen terrassierten Reisfeldern und schaffen dabei beeindruckende Landschaften. Ihre Kultur ist eng mit der Landwirtschaft verbunden, insbesondere mit dem Reisanbau und der Tierhaltung – Büffel, Pferde, Schweine. Die Hmong sind zudem für ihr kunsthandwerkliches Geschick bekannt, besonders in der Textilherstellung und in der Produktion von Silberschmuck und anderen kunstvollen Gegenständen.

Neben den Hmong sind auch die Dao in Bac Ha vertreten, bekannt für ihre Expertise im Baumwollanbau, Weben und in der Herstellung von Silberschmuck. Ihre traditionellen Trachten, reich bestickt und mit silbernen Blüten verziert, verleihen den lokalen Märkten eine farbenfrohe Atmosphäre.

Diese Bevölkerungsgruppen haben über Generationen hinweg jene berühmten Reisterrassen geschaffen, die heute die Welt faszinieren. Was einst eine praktische Lösung für den Reisanbau in steilen Bergen war, wurde später zu einer echten touristischen Attraktion. Und auch heute noch leben die meisten ethnischen Minderheiten vom Ackerbau.

Die Blumen-Hmong

Bac Ha gilt als Hauptstadt der Hmong Hoa – einer der lebendigsten ethnischen Gruppen Vietnams. Neben dem Reisanbau halten die Hmong Büffel, Rinder, Schweine, Geflügel und insbesondere Pferde, die in den Bergen als Lasttiere unentbehrlich sind. Entsprechend eng ist die Beziehung der Familien zu ihren Pferden.

Das Handwerk spielt eine große Rolle: Gerberei, Schmiedekunst, Herstellung von Pferdesätteln, Möbeln, Holzgefäßen und Silberschmuck. Die Märkte der Hmong sind wichtige Orte für Handel, soziale Begegnungen und traditionelle Feste. Hier werden Mais, Gemüse und Brennholz auf Pferderücken zum Markt transportiert. Besonders beliebt ist das traditionelle Gericht „Thang Co“, ein Eintopf aus verschiedenen Fleischsorten, Innereien und Knochen, im großen Wok gekocht – ein echtes Kultgericht der Hmong.

Die Dao

Bei den Dao unterscheidet man mehrere Gruppen: Weiße-Hosen-Dao, Röcke-Dao und Rote Dao. Wie die Hmong halten sie Büffel, Rinder, Schweine und Hühner, die auf Berghängen leben. Die Dao-Frauen tragen einen Dutt, umwickelt von einem Tuch, und bunt bestickte Jacken, verziert mit silbernen Acht-Blüten-Anhängern.

Die Dao zeichnen sich durch ihre Baumwollkultur, ihr Weben und ihre handwerklichen Fähigkeiten aus. Sie fertigen Silberschmuck wie Halsketten, Armbänder, Fußringe, Ohrringe oder Betelboxen – ein Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Dao pflegen Ahnenkult sowie buddhistische und taoistische Rituale. Ein wichtiges Ereignis ist die „Cap Sac“-Zeremonie, der Übergangsritus ins Erwachsenenalter.

Die Phu La

Die Phu La, eine kleine ethnische Gruppe von etwa 6 500 Menschen, leben in kleinen Dörfern und wohnen je nach Region in Stelzenhäusern oder ebenerdigen Häusern. Ihre Getreidespeicher stehen getrennt vom Haus, um Brandgefahr zu vermeiden. Sie betreiben Wanderfeldbau und Terrassenreis, aber auch Baumwollanbau und Weberei für den häuslichen Bedarf.

Wo liegt Bac Ha?

Bac Ha ist ein ländlicher Distrikt der Provinz Lào Cai, im Nordosten Vietnams. Auf einer Fläche von 681 km² leben hier rund 67 472 Menschen aus 18 ethnischen Gruppen. Die Hmong machen mehr als 47 % der Bevölkerung aus, weitere Gruppen sind Kinh, Dao Tuyen, Tay, Nung, Phu La, Hoa u. a.

Der Distrikt liegt auf 1 000–1 500 Metern Höhe und hat ein ganzjährig frisches Klima. Das Hochplateau von Bac Ha bewahrt einzigartige kulturelle Traditionen und bietet spektakuläre Hochgebirgslandschaften.

Der Name Bac Ha stammt vom Tay-Begriff „Pac Kha“ – „hundert Bündel Gianh-Bambus“. Während der französischen Kolonialzeit wurde „Pac Kha“ zu „Pakha“ transkribiert, später im Vietnamesischen zu „Bac Ha“, was schließlich zum offiziellen Namen wurde.

Wie kommt man nach Bac Ha?

Bac Ha liegt etwa 65 km von der Stadt Lào Cai entfernt. Von dort gibt es lokale Busse und private Fahrzeuge. Von Hanoi aus fährt man zunächst nach Lào Cai – mit:

Mit dem Zug

Die Nachtzugfahrt dauert 8–9 Stunden: Abfahrt gegen 22 Uhr, Ankunft gegen 5 Uhr. Der Zug endet in Lào Cai, von wo aus es eine weitere Stunde nach Bac Ha ist. Die Fahrt im Schlafwagen ist komfortabel und bietet herrliche Dschungellandschaften.

Mit dem Bus

Tägliche Abfahrten von Hanoi um 6:30 Uhr und 22:00 Uhr. Die Fahrt dauert 6–7 Stunden – schneller als der Zug, da man direkt in Bac Ha ankommt.

Mit privatem Fahrzeug

Wenn Sie ein Auto mit Fahrer buchen, erreichen Sie Bac Ha in etwa 5 Stunden und können unterwegs Stopps einlegen – die angenehmste Option.

Wandern in Bac Ha

Als Bergregion bietet Bac Ha zahlreiche Wanderwege mit wunderschönen Ausblicken. Sie können von Dorf zu Dorf laufen und die lokale Atmosphäre genießen. Ein lokaler Guide ist sehr empfehlenswert.

Zu Fuß erreichbar sind Blumen-Hmong-Dörfer, das Lung-Phinh-Tal, Dörfer der schwarzen Dao und Ha Nhi, sowie herrliche Reis- und Maisfelder. Unterwegs sieht man Obstplantagen und oft Schulkinder, die sich über ein gemeinsames Foto freuen.

Der Markt von Bac Ha

Der Sonntagsmarkt von Bac Ha ist ein Höhepunkt jeder Reise. Jeden Sonntag kommen Bergbewohner aus der gesamten Region ins Zentrum der Stadt: ein lebendiges Spektakel voller Farben, Geräusche und Düfte. Männer und Frauen in kunstvollen Trachten verkaufen Gemüse, Vieh, Textilien und Kunsthandwerk. Viele Besucher legen lange Wege zu Fuß oder mit dem Motorrad zurück – der Markt ist ein sozialer Treffpunkt und ein kultureller Höhepunkt des Nordens.

Was essen in Bac Ha?

Einer der besten Orte zum Essen ist der Markt. Neben frischen Produkten gibt es lokale Spezialitäten:

Thang Co

Ein traditioneller Eintopf aus Pferdefleisch und Innereien, gekocht mit Kräutern und Gewürzen – ein herbes, authentisches Gericht der Hmong.

Weitere Spezialitäten:

  • Fünffarbiger Klebreis

  • „Mem men“ (Maisgerichte)

  • „Banh duc“ aus Mais

Alles günstig und typisch für die Bergküche.

Wo übernachten?

Da Bac Ha eine kleine Bergstadt ist (3 Stunden von Sapa), ist die Auswahl an Unterkünften begrenzt. Es gibt rund 50 Unterkünfte, davon 23 Hotels. Die schönste Art zu übernachten ist Homestay, z. B. in den Dörfern Pho, Na Lo (Ta Chai), Trung Do, Na Hoi Tay oder Na Hoi Nung.

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