Alles über das Bildungssystem in Vietnam

Die Bildung in Vietnam spielt eine zentrale Rolle in der vietnamesischen Kultur und Gesellschaft. Sie gilt als Weg zum sozialen Aufstieg, und Familien opfern häufig viel, um sicherzustellen, dass ihre Kinder die bestmögliche Ausbildung erhalten. Das Hauptziel des vietnamesischen Bildungswesens besteht darin, „das allgemeine Wissen der Bevölkerung zu verbessern, qualifizierte Fachkräfte auszubilden und Talente zu fördern und zu unterstützen“.

Als Reaktion auf öffentliche Erwartungen hat das Ministerium für Bildung und Ausbildung verschiedene Reformmaßnahmen eingeleitet, um veraltete Lehrpläne und stark lehrerzentrierte Unterrichtsmethoden zu überwinden. Obwohl noch viel zu tun bleibt, hat sich das Niveau in den letzten Jahren deutlich verbessert. Laut UNESCO-Statistik aus dem Jahr 2019 liegt die Alphabetisierungsrate in Vietnam bei über 95 %.

Das Bildungssystem in Vietnam besteht aus staatlichen und privaten Einrichtungen und wird vom Ministerium für Bildung und Ausbildung verwaltet. Es ist in fünf Stufen unterteilt:

  • Vorschule (ab 18 Monaten)

  • Grundschule (ab 6 Jahren)

  • Sekundarstufe I (ab 12 Jahren)

  • Sekundarstufe II / Gymnasium (ab 16 Jahren)

  • Hochschulbildung

Die formale Schulzeit umfasst zwölf Jahre allgemeiner Bildung: fünf Jahre Grundschule, vier Jahre Sekundarstufe I und drei Jahre Sekundarstufe II.

Darüber hinaus gibt es im vietnamesischen Bildungssystem interessante Aspekte wie Freizeitaktivitäten, Stundenpläne, Disziplinregeln und Schulgebühren.

Allgemeines zum akademischen Leben

Die formale Bildung besteht aus zwölf Pflichtjahren: fünf Grundschuljahre (ab 6 Jahren), vier Jahre Sekundarstufe I (ab 12 Jahren) und drei Jahre Sekundarstufe II (ab 16 Jahren).

Kindergarten ist in Vietnam nicht verpflichtend. Dazu später mehr.

Um ihren Schulabschluss zu erhalten, müssen die Schüler eine zentrale Abschlussprüfung bestehen. Diese wird vom jeweiligen Provinz- oder Stadtbildungsamt organisiert.

Vietnamese Schüler haben in der Regel montags bis samstags Unterricht, täglich 6 bis 8 Stunden, in Klassen mit 35 bis 50 Schülern. Während früher der Unterricht stark frontal war, wird heute mehr Wert auf Kommunikation, Gruppenarbeit und aktive Teilnahme gelegt.

Das vietnamesische Bildungssystem im Detail

Das vietnamesische Bildungssystem wird vom Ministerium für Bildung und Ausbildung zentral verwaltet und landesweit einheitlich umgesetzt. Laut UNESCO waren 2009 mehr als 90 % der Bevölkerung alphabetisiert – heute ist der Anteil noch höher.

I. Vorschule (Maternelle)

Vor dem sechsten Lebensjahr besteht keine Schulpflicht. Kinder können zu Hause bleiben oder eine Betreuungseinrichtung besuchen.

  • Krippe / Kleinkindbetreuung: ab 18 Monaten

  • Kindergarten: ab 3 Jahren, meist von 8:00 bis 16:30 Uhr.
    Die Kinder lernen einfache Lieder, Tänze, Zeichenübungen und grundlegende Mathematik sowie Grundlagen der vietnamesischen Schrift. Englischunterricht wird zunehmend integriert.

II. Allgemeinbildung

1. Grundschule (1.–5. Klasse)

Fächer: Literatur, Mathematik, Geschichte, Geografie usw. Ein Hauptlehrer unterrichtet die Kernfächer; Musik, Kunst und Sport übernehmen Fachlehrer. Nach der 5. Klasse geht es ohne Aufnahmeprüfung weiter.

2. Sekundarstufe I (6.–9. Klasse)

Ab jetzt unterrichten verschiedene Lehrer unterschiedliche Fächer. Am Ende der 9. Klasse findet eine landesweite Prüfung statt, deren Ergebnisse über den Zugang zur Sekundarstufe II entscheiden.

Ein Schulabbruch in diesem Alter ist möglich, führt aber meist zu wenig qualifizierten und schlecht bezahlten Arbeitsstellen. Gründe sind oft schwierige soziale Verhältnisse.

3. Sekundarstufe II / Gymnasium (10.–12. Klasse)

Dauer: 3 Jahre.
Die Schüler wählen Schwerpunkte (z. B. Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Sozialwissenschaften). Am Ende steht eine zentrale Abschlussprüfung, die über die Zulassung zu Universitäten entscheidet.

Bei Bestehen erhalten sie ein Zeugnis, das ungefähr dem französischen Baccalauréat entspricht.

Nach dem Abschluss können sie:

  • studieren,

  • eine berufliche Ausbildung beginnen

  • oder arbeiten.

III. Berufsbildung

Diese Ausbildung vermittelt praktische Fertigkeiten (z. B. Tischlerei, Schneiderei, Friseurhandwerk).

  • Kurzzeitprogramme: unter 1 Jahr

  • Langzeitprogramme: 1–3 Jahre

Nach Abschluss arbeiten die Auszubildenden häufig unter Anleitung erfahrener Meister oder gründen später ein eigenes Geschäft.

IV. Hochschulbildung

Umfasst:

  • Bachelor (meist 4 Jahre, Medizin bis 6 Jahre oder länger)

  • Master (2 Jahre)

  • Doktorat (4 Jahre)

Nach dem Studium treten die Absolventen in den Arbeitsmarkt ein oder setzen ihre Ausbildung fort.

V. Weiterbildung

Weiterbildungszentren ermöglichen Erwachsenen oder Studienabbrechern, später wieder in das Bildungssystem einzusteigen oder Alphabetisierungskurse zu besuchen.

Aktivitäten, Disziplin und Schulalltag

Disziplin

Lehrer genießen hohen Respekt.

  • Beim Betreten des Klassenraums stehen alle Schüler auf und grüßen.

  • Die Schüler verlassen den Raum erst, wenn der Lehrer gegangen ist.

  • Es gibt strenge Vorschriften zu Kleidung und Verhalten.

  • Liebesbeziehungen sind verboten, da der Fokus auf dem Lernen liegen soll.

Bei Regelverstößen entscheidet eine Ethikkommission über Sanktionen.

Stundenplan

Schultag:

  • 7:00–11:00 Uhr

  • 13:00–16:00/17:00 Uhr

Schuljahr: September bis Mai, mit Feiertagen wie Tết, Nationalfeiertag, Tag der Arbeit, Hung-Königs-Fest und Lehrertag.

Sommerferien: etwa 3 Monate (Juni–August).

Zwei Semester pro Schuljahr, mit Tests zur Mitte und am Ende jedes Semesters.

Schulgebühren in Vietnam

Staatliche Schulen

  • Grundschule: kostenlos

  • Sekundarstufe: 150 000–650 000 VND / Monat

  • Kindergarten: 250 000–500 000 VND / Monat

  • Krippe: 300 000–540 000 VND / Monat

Ab dem Schuljahr 2025–2026 sollen alle öffentlichen Schulen (bis zur 12. Klasse) gebührenfrei werden.

Hochschulen

  • 10–41 Mio. VND/Jahr (Standardprogramme)

  • bis zu 70–85 Mio. VND/Jahr (internationale oder hochwertige Programme)

  • internationale Programme: über 100 Mio. VND/Jahr möglich

Privatschulen

Sehr große Unterschiede:

  • mind. 1–3 Mio. VND/Monat (lokale Privatschulen)

  • bis zu 900 Mio. VND/Jahr (internationale Spitzenprogramme wie Cambridge, IB)

Privatschulen bieten modernere Infrastruktur, kleinere Klassen, internationale Ausrichtung und modernen Unterricht.

Fazit

Bildung gilt in Vietnam als entscheidender Schlüssel für Erfolg und gesellschaftlichen Fortschritt. Fachkräfte werden sehr geschätzt, und das Bildungssystem befindet sich in einem kontinuierlichen Reformprozess. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass die vietnamesische Bildung weiter modernisiert und ausgebaut wird – als Fundament einer prosperierenden Zukunft.

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