Gesundheitssystem in Vietnam

Fern von Ihrem vertrauten Heimatland zu sein, kann eine beängstigende Erfahrung sein – besonders dann, wenn man krank wird oder medizinische Versorgung benötigt. Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel grundlegende und wichtige Informationen über das Gesundheitssystem in Vietnam vermittelt.

Derzeit unterscheiden sich die Gesundheitsdienste in Vietnam stark zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Wenn Sie eine Reise nach Vietnam planen, empfehlen wir Ihnen dringend, sich gut zu informieren. Mit der Lektüre dieses Artikels haben Sie bereits einen guten Überblick!

Überblick über das vietnamesische Gesundheitssystem

Als Kombination aus östlicher und westlicher Medizin bietet das vietnamesische Gesundheitssystem sowohl eine solide Krankheitsprävention als auch wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Die vietnamesische Regierung verfolgt das Ziel, ein universelles und erschwingliches Gesundheitssystem zu schaffen, das der gesamten Bevölkerung grundlegende medizinische Versorgung zugänglich macht.

Heute befindet sich das Gesundheitssystem in Vietnam im Wandel – es handelt sich um ein gemischtes öffentlich-privates System.

Das öffentliche System ist hierarchisch organisiert, mit dem Gesundheitsministerium an der Spitze und den Gesundheitsbehörden der Provinzen und Städte darunter. Konkret besteht es aus vier administrativen Ebenen:

Nationale Ebene:
Das Gesundheitsministerium ist für den gesamten Gesundheitssektor zuständig und verwaltet mehrere Einrichtungen wie Krankenhäuser, Forschungsinstitute und Universitäten. Auch andere Ministerien verfügen über eigene Krankenhausnetze.

Provinzebene:
Hier gibt es zahlreiche Krankenhäuser und medizinische Zentren sowie medizinische Fakultäten für Medizin, Pflege und Pharmazie.

Bezirksebene:
Die Gesundheitszentren der Bezirke bieten vor allem medizinische und präventive Basisdienste.

Gemeindeebene:
Die kommunalen Gesundheitsstationen konzentrieren sich auf die primäre Gesundheitsversorgung auf lokaler Ebene.

Diese vier Ebenen stellen gemeinsam die Gesundheitsversorgung der gesamten Bevölkerung sicher.

Öffentliche Gesundheitsdienste

Der Zugang zu öffentlichen Krankenhäusern ist im Allgemeinen kostengünstiger, aber häufig mit geringerer Qualität verbunden, da die Nachfrage hoch ist. Im Gegensatz zu Frankreich muss man in Vietnam für öffentliche Gesundheitsdienste bezahlen. Ein „Carte Vitale“-System existiert nicht.

Die vietnamesische Regierung hat zwei Versicherungssysteme eingeführt:

Krankenversicherung (BHYT)

Sie deckt Untersuchungen, Behandlungen, Rehabilitation, Schwangerschaftsvorsorge und Entbindung ab. Die Kosten werden teilweise oder vollständig übernommen – je nach Versicherungstyp.

Sozialversicherung (BHXH)

Sie unterstützt Arbeitnehmer bei Einkommensverlust durch Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfälle, Behinderung, Arbeitslosigkeit, Alter oder Tod. Der Arbeitgeber ist für die Abwicklung mit der Sozialversicherung zuständig.

Der Zugang zu beiden Versicherungen ist nicht automatisch.

Für die Krankenversicherung ist eine berufliche oder schulische Tätigkeit erforderlich. Die versicherte Person oder deren Eltern zahlen einen Teil des Beitrags.

Bei über 3 Monate beschäftigten Arbeitnehmern beträgt der Krankenversicherungsbeitrag insgesamt 4,5 % des Gehalts, davon 1,5 % vom Arbeitnehmer und 3 % vom Arbeitgeber.

Staatliche Krankenversicherung in Vietnam

Die staatliche Krankenversicherung umfasst drei Bereiche:
– Krankenversicherung
– Unfallversicherung
– Teile der Sozialversicherung

Kinder unter 6 Jahren und Menschen mit schweren Behinderungen ohne Einkommen erhalten eine vollständige Kostenbefreiung. Alle anderen müssen je nach Versicherungspaket teilweise oder vollständig selbst zahlen.

Viele Vietnamesen nutzen die staatliche Versicherung vor allem für größere Eingriffe wie orthopädische Operationen oder Krebstherapien. Für kleinere Untersuchungen verzichten viele auf die Versicherung, da die Verfahren komplex sind.

Ablauf in öffentlichen Krankenhäusern

Vor der Untersuchung müssen Sie:
– Ihre Daten angeben
– sich registrieren
– die Gebühren im Voraus bezahlen
– eine Nummer ziehen und warten

Wenn Sie eine Versicherung nutzen möchten, müssen Sie diese vor der Bezahlung vorzeigen. Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind meist nicht versichert.

Behandlungen und Operationen müssen vorab bezahlt werden.

Man muss das Krankenhaus aufsuchen, das auf der Krankenversicherung eingetragen ist; in anderen Krankenhäusern wird die Versicherung meist abgelehnt, außer das registrierte Krankenhaus ist nicht für die benötigte Behandlung geeignet.

Je nach Versicherungstyp werden 80 %, 95 % oder 100 % der Kosten übernommen. Nicht alle Leistungen sind versichert (z. B. reguläre Schwangerschaftskontrollen, Prothesen, Sehkorrekturen).

Öffentliche Krankenhäuser in Vietnam

Die Standards öffentlicher Krankenhäuser entsprechen oft nicht westlichen Erwartungen. Viele Einrichtungen sind unterfinanziert, das Personal spricht größtenteils nur Vietnamesisch.

Dennoch sind die Ärzte sehr erfahren und gut qualifiziert. Städtische Krankenhäuser bieten mehr Fachbereiche und modernere Ausstattung, weshalb sie oft überfüllt sind – Patienten aus ländlichen Gebieten reisen häufig dorthin.

In großen Städten wie Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt sind öffentliche Krankenhäuser fast immer überbelegt.

Medikamente und Apotheken

Medikamente ohne Rezept sind leicht erhältlich. Besucher sollten jedoch vorsichtig sein, da es gefälschte oder abgelaufene Medikamente geben kann.

Apotheken sind in Städten weit verbreitet, besonders in Einkaufsstraßen, Wohngebieten und in der Nähe von Krankenhäusern. In Krankenhäusern gibt es auch interne Apotheken.

Notdienste in Vietnam

Der staatliche Notruf lautet 115.
Aufgrund des Verkehrs kann es jedoch zu erheblichen Verzögerungen kommen.

Private Krankenwagen – meist schneller und zuverlässiger – sind über private Krankenhäuser verfügbar. In manchen Notfällen nehmen Patienten ein Taxi zur nächsten Klinik.

Private Gesundheitsdienste in Vietnam

Private Krankenhäuser sind teurer, bieten aber besseren Service, modernere Zimmer und mehrsprachiges Personal (Englisch, Französisch usw.). Internationale Versicherungen werden meist akzeptiert.

Bekannte private Krankenhäuser:
– Hôpital Français de Hanoi
– Vinmec
– FV Hospital (Ho-Chi-Minh-Stadt)
– Hanh Phuc Hospital
– Hoan My Hospital

Private Kliniken sind kleiner, aber komfortabler und auf ausländische Patienten eingestellt.

Versicherung & Abläufe in privaten Krankenhäusern

Die Abläufe ähneln denen öffentlicher Krankenhäuser. Die Akzeptanz der Versicherung hängt vom Vertrag zwischen Krankenhaus und Versicherung ab. Viele private Krankenhäuser bieten Rabattprogramme oder Mitgliedschaften.

Gesundheitsrisiken in Vietnam

– Leitungswasser nicht trinken
– Verkehrssicherheit beachten
– Impfungen gegen Hepatitis B, C, Tetanus empfohlen
– Sonnenschutz, Hydration, Hitzevorsicht
– In ländlichen Gebieten auf Hygiene achten

Gesundheitsversorgung in abgelegenen Gebieten

In ländlichen Regionen ist die medizinische Versorgung eingeschränkt. Die Regierung baut neue Kliniken und rekrutiert freiwillige Ärzte.

Medizintourismus

Viele im Ausland lebende Vietnamesen und zunehmend auch Ausländer reisen für Zahnmedizin, Dermatologie oder Fruchtbarkeitsbehandlungen nach Vietnam – aufgrund deutlich geringerer Kosten.

Lokale Empfehlungen (von vietnamesischen Freunden oder Bekannten) sind hilfreich, da Ärzte für Ausländer oft höhere Preise verlangen.

Fazit zum Gesundheitssystem in Vietnam

Eine Reise ins Ausland ist ein großes Abenteuer. Deshalb ist es wichtig, sich gut vorzubereiten, Risiken zu reduzieren und unnötige Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Mit dem richtigen Wissen lässt sich ein sicherer und angenehmer Aufenthalt in Vietnam gewährleisten.

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