Vietnamesische Möbel

Unter den vielen traditionellen Handwerkskünsten Vietnams nehmen die vietnamesischen Möbel einen besonderen Platz ein. In den letzten Jahren haben sie ein beeindruckendes Comeback im modernen Leben erlebt. Mit der Verbesserung des Lebensstandards in den letzten zwanzig Jahren haben die Vietnamesen nicht nur einige westliche Gewohnheiten in Ernährung, Freizeit oder Kleidung übernommen, sondern auch wichtige Lebensstile wiederentdeckt, die für das Familienleben entscheidend sind.

So bauen die Vietnamesen – im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern, wo immer weniger Menschen ein eigenes Haus errichten lassen – oft einmal im Leben ein Haus, das als bedeutender Lebensmeilenstein gilt und ein großes finanzielles Ziel darstellt. Vietnamesische Holzmöbel stellen hierbei eine wichtige Investition dar: Wer massive Holzmöbel im Wohnzimmer besitzt, zeigt damit Wohlstand, Glück und familiären Erfolg.

Aus diesem Grund hat der Markt für vietnamesische Möbel, insbesondere für Holzmöbel, in den letzten Jahren eine erstaunliche Dynamik erlebt. Ob in Großstädten wie Hanoi, Hai Phong oder Ho-Chi-Minh-Stadt, oder in kleineren Provinzstädten – überall findet man Geschäfte, die sich auf Holzmöbel spezialisiert haben, und sogar ganze Straßen, in denen ausschließlich Möbel hergestellt oder verkauft werden.

In Hanoi beispielsweise ist die De La Thanh-Straße im Westen der Stadt ein Zentrum für Holzprodukte, zusätzlich zu den vielen anderen kleineren Geschäften innerhalb und außerhalb der Stadt. Auch zahlreiche Dörfer in der Umgebung Hanois haben ihre traditionelle Möbelproduktion wieder aufgenommen, nachdem sie während der zentral geplanten Wirtschaft zum Erliegen gekommen war. Kurz gesagt: Der Markt für vietnamesische Holzmöbel boomt!

Varianten vietnamesischer Möbel

Es gibt eine große Vielfalt an vietnamesischen Holzmöbeln. Am beliebtesten sind traditionell Tische, Stühle, Betten und andere grundlegende Einrichtungsstücke in allen Formen, Stilen und Preiskategorien. Auch Möbel für Kinder aus Holz werden immer häufiger nachgefragt. Europäisch inspirierte Designs sind ebenfalls weit verbreitet. Dennoch findet man viele Händler und Handwerker, die weiterhin traditionelle Möbel anbieten, oft schwer und reich verziert mit alten, chinesisch beeinflussten Motiven.

Mit der Modernisierung investieren viele Vietnamesen zudem in die Pflege des familiären Ahnenkults. Ein in Holz gefertigter Ahnentisch nimmt häufig einen ehrwürdigen Platz im Wohnzimmer ein. Händler haben diesen Trend erkannt und bieten eine breite Palette entsprechender Möbel sowie zahlreiche hölzerne Dekorationsobjekte für diese Altäre an.

Dekorationsobjekte und spirituelle Bedeutung

In vielen Wohnzimmern stehen neben den dominierenden Holzmöbeln auch dekorative Objekte aus Edelstein oder Bronze. Oft sind es Statuen – wie der Buddha mit dem dicken Bauch – oder kunstvolle Dekorationsstücke. Viele Vietnamesen glauben, ähnlich wie in China, dass bestimmte Materialien ein Gleichgewicht schaffen und positive Energie ins Haus bringen können. Die Auswahl der Möbel folgt daher nicht nur ästhetischen oder praktischen Gründen, sondern oft auch spirituellen Überzeugungen, die auf der Yin-Yang-Lehre und den fünf Elementen (Metall, Holz, Wasser, Feuer, Erde) basieren.

Mit dem modernen Lebensstil erlebt sogar der Beruf des Feng-Shui-Beraters für Möbelanordnung eine bemerkenswerte Wiederbelebung.

Dörfer traditioneller Möbelherstellung

Wer genügend Zeit in Hanoi hat und die traditionelle Möbelherstellung genauer kennenlernen möchte, kann zwei berühmte Handwerksdörfer besuchen, die auf vietnamesische Möbel spezialisiert sind:

  • Dong Kê am Stadtrand von Hanoi

  • La Xuyên in der Provinz Nam Dinh

Diese Dörfer bieten einen faszinierenden Einblick in jahrhundertealte Handwerkstechniken, die bis heute lebendig geblieben sind.

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