Hanois Museum der Schönen Künste: ein kultureller Schatz, den es zu entdecken gilt

Nur wenige Schritte vom Literaturtempel entfernt liegt das Museum der Schönen Künste von Hanoi – ein unverzichtbarer Ort für alle, die die künstlerische und kulturelle Vielfalt Vietnams kennenlernen möchten. Trotz seines großen Wertes bleibt es oft im Schatten der Hauptsehenswürdigkeiten der Hauptstadt, obwohl es eine ausführliche Besichtigung zweifellos verdient.

Ein Ort voller Geschichte

Das Museum befindet sich in einem ehemaligen katholischen Mädcheninternat, das zur Zeit Französisch-Indochinas erbaut wurde.
Das elegante Gebäude mit drei Stockwerken vereint koloniale Architektur mit lokalen Einflüssen: die Dächer sind an das tropische Klima angepasst, und im Inneren befindet sich ein weitläufiger, von Bäumen gesäumter Innenhof.

Im Zentrum steht eine Cham-Skulptur, die ein Linga darstellt – ein heiliges Symbol der Cham-Zivilisation, das sofort auf die historische Tiefe der Sammlung hinweist.

Außergewöhnlich reiche Sammlungen

Das Museum der Schönen Künste in Hanoi beherbergt eine der umfangreichsten Kunstsammlungen des Landes und deckt die gesamte Geschichte der vietnamesischen Kunst ab.
Mehr als 20.000 Werke sind verzeichnet, davon rund 3.000 dauerhaft ausgestellt.

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und zeigt die Entwicklung der vietnamesischen Kunst anhand mehrerer großer Epochen:

  • Ur- und Frühgeschichte: Steinskulpturen und rituelle Objekte, die von den ersten künstlerischen Ausdrucksformen zeugen.

  • Feudalzeit (11.–15. Jahrhundert): Blütezeit der vietnamesischen Kunst, geprägt von buddhistischen Einflüssen und mächtigen Dynastien wie Ly und Tran.

  • 17.–18. Jahrhundert: Entstehung eines persönlicheren vietnamesischen Stils, sichtbar in religiösen und volkstümlichen Kunstformen.

  • 20. Jahrhundert: Einführung westlicher Techniken wie Ölmalerei und Seidenmalerei sowie die Entstehung der Lackmalerei, einer typisch vietnamesischen Kunstform.

  • Moderne und Gegenwart: Werke der “Doi Moi”-Periode (Erneuerung) und zeitgenössischer Künstler, die die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen des Landes widerspiegeln.

Zwischen Tradition und Moderne

Beim Rundgang wird deutlich, wie sich der vietnamesische Kunststil entwickelt hat – von asiatischen Einflüssen bis hin zu kolonialem Erbe.
Die Seidenmalerei beeindruckt durch ihre Zartheit und weichen Farbtöne, während Lackmalereien durch Tiefe und Glanz faszinieren.

Einige Ausstellungsräume widmen sich patriotischen Werken, die während der Unabhängigkeitskriege entstanden sind und vom Beitrag der Kunst zu Widerstand und kollektiver Erinnerung erzählen.

Das Museum organisiert zudem regelmäßig Sonderausstellungen zu zeitgenössischen vietnamesischen Künstlern – eine Gelegenheit, ein modernes, kreatives Vietnam im Dialog mit seiner Vergangenheit zu entdecken.

Praktische Informationen für Ihren Besuch

Adresse: 66 Nguyễn Thái Học, Ba Đình, Hanoi (direkt hinter dem Literaturtempel)
Öffnungszeiten: täglich außer montags, 8:30–17:00 Uhr
Fotos: erlaubt gegen eine kleine Zusatzgebühr

Warum das Museum der Schönen Künste in Hanoi besuchen?

Das Museum bietet einen umfassenden Blick auf die künstlerische Identität Vietnams – von den frühesten Zeugnissen bis zur zeitgenössischen Kunst.
Es ist zudem ein ruhiger, weniger überlaufener Ort, ideal für eine kulturelle Pause im Herzen der lebhaften Hauptstadt.

Zwischen Geschichte, Spiritualität und Kreativität zeigt das Museum eine andere Seite Hanois: eine raffinierte, inspirierende und zutiefst vietnamesische.

Autres nouvelles

Vous aimerez aussi

Voir plus
Découvrez plus