Laternen von Hoi An: Kulturelles Symbol Vietnams

Wenn die Sonne über Hoi An untergeht, erstrahlt die Stadt in einem neuen Licht. Hunderte farbenfrohe Laternen schweben in der Luft oder entlang der Kanäle, hängen an Balkonen, sind an Bäume gebunden oder gleiten sanft über das Wasser. Diese traditionellen Lampions sind nicht nur schöne Dekorationen – sie verkörpern den poetischen Geist, das lokale Kunsthandwerk und die friedliche Seele der Altstadt. Sie begleiten die Nächte, die Gebete, die Feste … und die Erinnerungen.

Ursprung und Geschichte der Laternen von Hoi An

Die Geschichte der Laternen in Hoi An reicht mehrere Jahrhunderte zurück – in die Zeit, als die Stadt ein blühender Handelshafen war, offen für Händler aus China, Japan und anderen Teilen Asiens. Diese kulturellen Begegnungen hinterließen einen bleibenden Einfluss auf das lokale Kunsthandwerk, insbesondere auf die Laternenkunst.

Die ersten Laternen, die in Hoi An eingeführt wurden, hatten chinesische Wurzeln und wurden von Hokkien-Kaufmannsfamilien mitgebracht. Sie dienten dazu, Häuser und Tempel zu beleuchten, Glück zu bringen, böse Geister fernzuhalten oder familiäre Ereignisse zu feiern.

Mit der Zeit bereicherten japanische und vietnamesische Einflüsse die Formen, Farben und Verwendungszwecke und schufen eine einzigartige Tradition, die heute untrennbar mit Hoi An verbunden ist.

Bei großen traditionellen Festen, vor allem während des Tết (Mondneujahr) oder zu Vollmondnächten, spielten Laternen eine zentrale Rolle. Sie symbolisierten Frieden, Wohlstand, inneres Licht und Harmonie im Haushalt. Diese spirituelle Bedeutung ist noch heute sehr präsent – besonders an Vollmondabenden, wenn Laternen wie stille Wünsche über den Fluss gleiten.

So sind die Laternen von Hoi An nicht bloße Dekorationen: Sie tragen ein Stück Geschichte, Glauben und gemeinsamer Schönheit in sich.

Traditionelle Herstellungskunst

Die Laternen von Hoi An sind das Ergebnis eines sorgfältig überlieferten Kunsthandwerks, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Jede Laterne wird vollständig von Hand gefertigt – mit Techniken, die Präzision, Geduld und Liebe zum Detail erfordern.

Der Rahmen besteht meist aus Bambus, einem leichten und flexiblen Material, das das Grundgerüst der Laterne bildet. Anschließend wird er mit Seide, Stoff oder manchmal traditionellem Papier überzogen, das sorgfältig gespannt und dekoriert wird. Die Farben sind leuchtend und oft symbolisch: Rot steht für Glück, Gelb für Wohlstand, Blau für Gelassenheit …

Diese sorgfältige Handarbeit findet auch heute noch in kleinen Familienwerkstätten statt, die in der Altstadt oder in den umliegenden Dörfern verstreut liegen. Einige dieser Werkstätten öffnen ihre Türen gerne für Besucher. Dort kann man die Kunsthandwerker bei der Arbeit beobachten – und sogar seine eigene Laterne herstellen. Diese Aktivität ist sowohl unterhaltsam als auch authentisch und ermöglicht es, mit einem einzigartigen, selbst gefertigten Objekt nach Hause zu gehen.

Diese Werkstätten sind weit mehr als Produktionsorte: Es sind lebendige Räume, in denen eine Tradition mit Schlichtheit und Eleganz weitergeführt wird.

Wann und wo kann man die Laternen bewundern?

In Hoi An gehören Laternen zum täglichen Stadtbild. Jeden Abend erstrahlt die Altstadt in tausenden Lichtern, die an Balkonen, in Bäumen oder entlang der ruhigen Gassen am Thu-Bon-Fluss aufgehängt sind. Da das historische Zentrum zu bestimmten Zeiten für Fußgänger reserviert ist, verstärkt die Ruhe die bezaubernde, fast unwirkliche Atmosphäre.

Doch erst an Vollmondnächten enthüllt Hoi An seine ganze Magie. An diesen Abenden schalten die Einwohner die künstlichen Lichter aus und überlassen die Szenerie allein dem Schein der Laternen. Aus der Ferne hört man traditionelle Gesänge, die Schritte werden langsamer, und Silhouetten in Ao-Dai-Gewändern zeichnen sich in den Gassen ab. Die Ufer verwandeln sich in eine lebendige Bühne, die zum Träumen und zu poetischen Spaziergängen einlädt.

Der Höhepunkt dieser Tradition ist das Laternenfestival, das am 14. Tag eines jeden Mondmonats gefeiert wird. Ab 20 Uhr werden in der Altstadt alle elektrischen Lichter ausgeschaltet – nur der Schein der Laternen erleuchtet die Nacht. Am Ufer des Hoai-Flusses können Besucher traditionelle Musikaufführungen erleben, an volkstümlichen Spielen teilnehmen, lokale Street-Food-Spezialitäten probieren und das leise Ballett der schwimmenden Laternen bewundern.

Diese kleinen, farbigen Kerzen, die in Papiergehäuse gesetzt werden, treiben sanft über den Thu-Bon-Fluss. Dieses alte, berührende Ritual ermöglicht es jedem, einen Wunsch zu formulieren, bevor er die Laterne auf das Wasser setzt. Man kann sie bei den örtlichen Verkäuferinnen zu einem kleinen Preis kaufen (zwischen 10.000 und 30.000 VND). Jede Farbe trägt eine Bedeutung:

  • Rot für Glück und Liebe

  • Gelb für Wohlstand

  • Blau für Frieden

  • Grün für Hoffnung

  • Weiß für Reinheit und Erinnerung

Die Laternen können direkt vom Ufer oder – für ein noch intimeres Erlebnis – von einem traditionellen Boot aus ins Wasser gesetzt werden. Dieser Moment, zugleich spirituell und poetisch, gehört zweifellos zu den unvergesslichsten Erlebnissen während eines Aufenthalts in Hoi An.

Eine Laterne in Hoi An kaufen oder selbst herstellen

Um das Erlebnis über den Spaziergang hinaus zu verlängern, gibt es nichts Schöneres, als eine Laterne aus Hoi An mit nach Hause zu nehmen. Als handwerkliches Symbol der Stadt ist sie ein Souvenir, das zugleich dekorativ, symbolträchtig und voller Bedeutung ist.

Für ein persönlicheres Erlebnis bieten mehrere Handwerksateliers Besuchern die Möglichkeit, ihre eigene Laterne herzustellen. Unter Anleitung lokaler Kunsthandwerker lernen die Teilnehmenden die verschiedenen Herstellungsschritte kennen: das Anfertigen des Bambusgestells, das Aufziehen des Stoffes, das Zusammensetzen der Teile und schließlich die Dekoration. Diese Aktivität ist unterhaltsam, für alle zugänglich und ideal für Familien oder Freundesgruppen.

Die Preise liegen in der Regel zwischen 250.000 und 400.000 VND (etwa 10 bis 16 €), je nach Dauer und Grad der Personalisierung. Einige Workshops beinhalten auch eine Teeprobe oder kleine Snacks, um das Erlebnis noch geselliger zu gestalten. Neben einem schönen Souvenir ermöglicht das Basteln einer eigenen Laterne auch ein besseres Verständnis für die Feinheit und Geduld, die dieses traditionelle Handwerk erfordert. Es ist zudem eine wunderbare Möglichkeit, das lokale Kunsthandwerk zu unterstützen und gleichzeitig mit einem einzigartigen, selbst gefertigten Objekt nach Hause zu reisen.

Als kulturelles Symbol Vietnams vereinen die Laternen von Hoi An auf elegante Weise visuelle Schönheit und lebendiges Erbe. Sie entstehen im respektvollen Fortführen eines über Generationen überlieferten Handwerks und zeugen vom uralten Know-how und der Leidenschaft der Kunsthandwerker der Region.

Jeden Abend verwandelt ihr farbenfroher Schein die Altstadt in ein märchenhaftes Bild und bietet Reisenden ein einzigartiges Eintauchen in die vietnamesischen Traditionen. Diese nächtliche Magie macht die Laternen von Hoi An zu einem Juwel des Kulturtourismus in Vietnam – sie erhellen nicht nur die Straßen von Hoi An, sondern auch die Herzen jener, die sie betrachten.

Dieses zugleich intime und universelle Erlebnis begeistert weiterhin jede neue Generation von Reisenden, die Authentizität suchen. Und Sie – lassen Sie sich von der Magie der Laternen von Hoi An verzaubern und auf Ihrer nächsten Vietnamreise leiten?

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