Pagode der Himmelsdame (Thien Mu) – Das spirituelle Juwel von Huê

Hoch über dem friedlichen Parfümfluss erhebt sich die Pagode der Himmelsdame (Chùa Thiên Mụ oder Chùa Linh Mụ), eines der berühmtesten Wahrzeichen von Huê, der ehemaligen kaiserlichen Hauptstadt Vietnams. Mit ihrer schlanken Silhouette, die schon aus der Ferne sichtbar ist, verkörpert sie zugleich den buddhistischen Glauben, die vietnamesische Poesie und das imperiale Erbe der Nguyễn-Dynastie.

Eine pagode voller Geschichte

Erbaut im Jahr 1601 vom Fürsten Nguyễn Hoàng, ist die Pagode der Himmelsdame die älteste Pagode von Huê.
Einer Legende zufolge erschien auf dem Hügel Ha Khe eine alte Frau in roter Kleidung. Sie prophezeite, dass ein Fürst an diesem Ort eine Pagode errichten würde, die Wohlstand über das Land bringen sollte. Tief bewegt von dieser Vision ließ Nguyễn Hoàng sofort den Bau beginnen. So entstand Thiên Mụ, wörtlich „Die Himmelsdame“.

Bau- und Restaurierungsphasen

Unter der Herrschaft von Nguyễn Phúc Chu (1710–1714) erlebte die Pagode ihre erste Blütezeit.
Er ließ die berühmte Glocke Đại Hồng Chung gießen, ein zwei Tonnen schweres Meisterwerk mit Inschriften über buddhistische Weisheit und den Frieden des Königreichs. Zudem bestellte er über tausend buddhistische Sutren in China und ließ mehrere Nebentempel errichten, von denen einige heute nicht mehr existieren.

Ein Jahrhundert später, im Jahr 1844, ließ Kaiser Thiệu Trị die ikonische Phuoc-Duyen-Turm errichten – anlässlich des Geburtstags seiner Großmutter. Seitdem prägt dieser Turm das heutige Erscheinungsbild der Pagode.

Der Phuoc-Duyen-Turm: das ewige Symbol von Huê

Mit einer Höhe von 21 Metern und sieben Stockwerken ist der Phuoc-Duyen-Turm das geistige Wahrzeichen der Stadt.
Jede Ebene ist einem anderen Buddha gewidmet und symbolisiert den Aufstieg zur Erleuchtung. Früher führte eine Wendeltreppe zum oberen Stockwerk, wo einst eine goldene Buddha-Statue stand.

Vor dem Turm befand sich einst der Pavillon Huong Nguyen, verziert mit einem Dharma-Rad, das sich im Wind drehte – ein starkes Symbol für die lebendige buddhistische Lehre.

Eine verheerende Sturmflut im Jahr 1904 beschädigte die Pagode schwer. Zwar ließ Kaiser Thanh Thai drei Jahre später restaurieren, doch ihre frühere Pracht erreichte sie nie wieder vollständig.

Architektonische und spirituelle Schätze

Die Thien-Mu-Pagode ist bis heute ein bedeutender Ort der Pilgerschaft und beherbergt zahlreiche historische Kostbarkeiten:

  • Statuen von Buddha Maitreya, den Zehn Königen der Unterwelt und den Schutzgottheiten, meisterhaft geschnitzt.

  • Kaiserliche Stelen, Glockenpavillons und kunstvolle Kalligraphien aus der Nguyen-Zeit.

  • Einen friedlichen Blumengarten mit einem hòn non bộ (Miniatur-Felsgarten), der dem berühmten Künstler Dao Tan zugeschrieben wird, Begründer des klassischen Tuồng-Theaters.

Eine bewegende Reliquie: Das Auto von Thich Quang Duc

Eines der beeindruckendsten Objekte der Pagode ist der Austin-Wagen des Mönchs Thich Quang Duc.
Mit diesem Auto fuhr er 1963 nach Saigon, wo er sich aus Protest gegen die religiöse Unterdrückung des Buddhismus durch das Ngo-Dinh-Diem-Regime selbst verbrannte.

Die ikonische Fotografie seines Opfers ging um die Welt und wurde zu einem zeitlosen Symbol spirituellen Widerstands und friedlicher Entschlossenheit.

Die Pagode heute: Ort des Gebets und der Kontemplation

Die Pagode der Himmelsdame ist nicht nur ein historisches Monument, sondern ein lebendiges spirituelles Zentrum.
Die Mönche rezitieren täglich Sutren und empfangen Besucher in einer ruhigen, meditativen Atmosphäre.

Vom Hügel Ha Khe aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf den Parfümfluss.
Bei Sonnenuntergang taucht das goldene Licht den Phuoc-Duyen-Turm in eine mystische Aura – ein unvergesslicher Moment.

Kurz gesagt: Warum die Pagode Thien Mu besuchen?

  • Wegen ihrer faszinierenden Geschichte, die Legenden, Dynastien und Spiritualität verbindet.

  • Wegen ihrer einzigartigen Architektur und ihrer symbolischen Bedeutung.

  • Wegen des beeindruckenden Panoramas über den Parfümfluss.

  • Wegen der emotionalen Kraft des Ortes, lebendige Erinnerung des vietnamesischen Buddhismus.

Expertentipp von Horizon Vietnam Travel:
Kombinieren Sie den Besuch der Pagode Thien Mu mit der Kaiserstadt und dem Grabmal von Tu Duc – für ein vollständiges Eintauchen in die königliche und spirituelle Geschichte von Huê.

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